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Panettone

Der Panettone, der vielleicht das berühmteste Symbol der italienischen Weihnachtszeit auf der ganzen Welt ist, ist eine Art weicher Hefeteig, der mit kandierten Früchten gefüllt ist und ein typisches Gebäck der Stadt Milano ist und, welches von den ausgewanderten Italienern, wo immer es sein mag, zubereitet oder gekauft wird. Die ersten Spuren dieser Delikatesse kann man schon während der römischen Epoche finden, wo diese weichen Honigtorten zwar selten, aber sehr bekannt waren.

Sie wurden in verschiedenen Kunstwerken verewigt, also haben wir eine ziemlich gute Idee, wie sie ausgesehen haben und wie sie gemacht waren. Der originelle Panettone war tiefer als der im Foto oben. Der Panettone, der in Genova zubereitet wird ist zum Beispiel demjenigen des Mittelalters und aus der Renaissance sehr ähnlich. Das Grundrezept hat sich mit der Zeit weiterentwickelt und enthält mittlerweilen Rosinen, Vanille, kandierte Früchte, Orangen-und Zederschalen. Die wahrhafte Innovation geschah aber im  1919 durch die Hand des mailändischen Bäckers Angelo Motta, der einen langen Reifungsprozess erfand, wo der Teig dreimal aufgehen gelassen wurde und zudem, im Laufe von verschiedenen Tagen, auch zweimal geknetet wurde. Das Ergebnis ist die besonders weiche Torte, die man heute in den Läden finden kann.  Motta hat um die Kontrolle seiner Kreation behalten zu können sehr hart kämpfen müssen, vor allem mit einem anderen mailändischen Bäcker, der  Alemagna hieẞ. Der Wettkampf zwischen den beiden dauerte fast ein Jahrhundert und brachte zur Erschaffung von immer besseren Panettoni und einem wahrhaften Preiskrieg, um jede Torte günstiger zu machen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war der Panettone die Preisgünstigste Süẞigkeit, und auch die köstlichste, des nunmehr müden Marktes der Nachkriegszeit: das ist auch was das Schicksal dieser Delikatesse als Weihnachtsgeschenk besiegelt hat.

Es gibt dutzende moderne Legenden über den Ursprung des Panettone, alle komplex und vollkommen unglaubwürdig. Wenn man sich aber im Familienkreis über die eigenen Kenntnisse der  italienischen Weihnachtstraditionen schön machen will, dann sollte man die typische Tradition des panettone di San Biagio der Stadt Milano kennen.  Diese besteht darin eine Scheibe des Weihnachts-Panettone bis am 3 Februar aufzubewahren, eben der Tag des Heiligen San Biagio, um sie dann zum Frühstück als Zeichen des guten Glücks zu essen und sich damit „vor Erkältungen zu schützen“.  Die italienischen Bäckereien profitieren üblicherweise davon und stellen die übriggebliebenen Panettoni kurz vor diesem Tag in den Verkauf…und diese sind wie immer schmackhaft.

 

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