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Vincenzo Campi

Vincenzo Campi gilt als einer der bedeutendsten italienischen Künstler der zweiten Hälfte des Cinquecento (des 16. Jhds.). Der in Cremona geborene Künstler ist für das Verständnis einer sich in dieser Zeit verändernden Malerei, innerhalb der Lombardischen Schule, von Bedeutung.

Kurzbiographie

Vincenzo Campi wurde 1536 in Cremona gebroen. Er ging bei seinen Brüdern Giulio und Antonio in Lehre und arbeitete später mit Antonio zusammen. Man kann seinen Pinselstrich aber von Anfang an gut von jenen seiner Brüder unterscheiden. So lässt sich erkennen, dass er die Pietà des Ospedale Nuovo und die Pietà mit San Francesco für den Kapitelsaal des Doms von Cremona selbst anfertigte. Der Künstler ließ sich auch von Kunst aus Brescia inspirieren. Von dieser entnahm er den Umgang mit Licht im Bild. So besitzt Campis Kreuzigung Christi charavaggieske Züge.

Lassen Sie es uns erklären: Dieser italienische Künstler war Schöpfer zahlreicher Werke, manche bekannter, manche weniger bekannt, aber all diesen Werken gemeinsam ist eine Mischmaltechnik verschiedener Malschulen. So nahm Campi auch venezianische Einflüsse auf, zu erkennen im Bassaner Gemälde oder in der Busseto-Verkündigung, in welcher sich der Permuttfarbton der lokalen Schule mit der für Venedig typischen warm-dunklen Leuchtkraft mischt.

Aber das ist noch nicht alles… Das Gemälde San Matteo und der Engel weist ähnliche Charakteristika auf. Es bringt eine durch und durch neue Malkultur zum Ausdruck, welche schon sehr caravaggiesk anmutet. In den 80er Jahren des 16. Jahrhunderts zog es den Künstler nach Mailand, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Antonio die Gewölbe von San Paolo in Converso mit Fresken versah. Dieser Zyklus ist wegen seiner realistisch-lebensnahen Szenen bemerkenswert.

Bedenken Sie: Campi stellte Fischverkäufer, Geflügel- und Obsthändler und Menschen die Ricottakäse essen dar. Einige seiner Werke sind durchaus vergleichbar mit Werken Passerottis oder Carraccis. Aus diesem Grund möchten wir Ihren Blick auf das Gemälde “Die Ricotta-Esser” lenken. Dieses aussagekräftige Bild ist sehr bekannt.

 vincenzo campi

Das Gemälde Die Ricotta-Esser

Vincenzo Campis Gemälde “Die Ricotta-Esser” ist ein Hymnus an das Leben und den Genuss. Das Gemälde wurde 1580 gefertigt und erinnert an Van Goghs frühes Werk “Die Kartoffelesser”, in welchem vier volkstümliche Personen die Speise feiern. In Campis Werk lassen sich interessante Details beobachten: Der gerissene Blick der Protagonisten, als stünden diese in Erwartung auf etwas, die halbgeöffneten Münder, das augenzwinkernde Lächeln als dächten Sie weniger an den Ricottakäse als an etwas anderes. 

Lassen Sie uns erklären: Der Künstler möchte in diesem Gemälde Personen abbilden, die sich nicht zum gemeinsamen Essen zusammengefunden haben, sondern, weil sie es lieben beeinander sitzen zu können. Beachten Sie auch die Sinnlichkeit der abgebildeten Frau. Sie scheint bald bereit Ihre Tischgenossen an Ihre Brust zu lassen, ganz so als wäre auch diese ein Lebensmittel. Der Künstler bringt Nahrung und Sexualität in einen Zusammenhang wie er bereits in der Geschichte mit Adam und Eva existierte. Es entsteht ein Werk, welches Vergänglichkeit, ein Aufblühen und Wieder-Vergehen, gelungen abbildet.

Vincenzo Campi und seine Ricotta-Esser thematisieren das einfache Volk, die niedere Kultur, welche Zweifel an Moral aufkommen lässt. Es werden Gelüste abgebildet, die Personen im Bild sprechen ganz ohne Filter aus, was sie wollen. Campi ist mit Sicherheit nicht der erste Künstler, der Sexualität und Nahrung gemeinsam abbildet. Ihm gelingt es aber besser als anderen eine inhaltliche Aussage zu transportieren…

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