2015 hat Mango, eine der italienischen Non-Profit-Organisationen, die sich der Alphabetisierung in Entwicklungsländern widmen, ihren 10 Geburtstag gefeiert und erhielt vor einigen Monaten im Hotel Flora in Rom eine offizielle Anerkennung der paraguayischen Wirtschaftsministerin Maria Epifania Gonzalez. In den letzten Jahren hat die Arbeit einer der mit Abstand erfolgreichsten italienischen Non-Profit-Organisationen dazu beigetragen, den Anteil der Analphabeten in Paraguay von 78 auf 22% zu senken.

Das ist ein großartiges Ergebnis, erklärt uns Präsidentin Stefania Querini, nicht frei von Emotionen, die wir anlässlich der öffentlichen Anerkennung getroffen haben. Unser Engagement hat die paraguayische Regierung dazu bewegt, uns mit institutionellen Förderungen zu unterstützen.
„Wir haben nicht damit gerechnet, so viel Armut und Unwissenheit vorzufinden“ fährt Stefania fort und erinnert sich, wie alles angefangen hat.
78% Analphabeten, ein unbewegliches und rückständiges Land. Die Blicke, die ich auch heute noch vor meinen Augen habe, wenn ich an diese Reise zurückdenke, sind verlorene, resignierte, hoffnungslose Blicke. Festzustellen, dass die Kinder am stärksten betroffen waren, veranlasste mich dazu, zu handeln. Sie schliefen in Hütten ohne Dächern, oft aber auch unter Bäumen.
Stefania und Anna, so wie viele andere Freundinnen, die sich die ehrenamtliche Arbeit der vielen italienischen Non-Profit-Organisationen zu Herzen nehmen, beschlossen 2005, eine Reise zu unternehmen. Sie folgten dem Rat von Anna, die dieses Land bereits besichtigt hatte und beeindruckt davon war, und entschieden sich für Paraguay.

Während ihrer Reise, die sie zu Orten und Situationen führte, in denen Armut und Analphabetismus offensichtlich sind, lernten sie redemptoristische Missionsschwestern kennen. Damals konnten sie sich sowohl mit Schwester Ermana Fabiola Camacho, der Leiterin der Mission, als auch mit Don Attilio Cardioli, einem anderen Missionar, der zu dieser Zeit italienische Missionen in Paraguay koordinierte, auseinandersetzen. Zurück in Italien machten sich Stefania, Anna und Marisa und Gioia, die später mit dazukamen, sofort an die Arbeit und gründeten innerhalb kurzer Zeit eine Non-Profit-Organisation.
Als erstes frage ich Stefania, wie sie den Namen dieser Organisation gewählt haben, die sich unter den italienischen Non-Profit-Organisationen besonders hervorhebt
Der Name, erklärt mir Stefania, stammt von der Pflanze, die die Hauptnahrungsquelle für die arme Bevölkerung ist. Außerdem ist der Mangobaum ein niedriger Baum mit großen, breiten Blättern und daher ein Zufluchtsort für Menschen ohne ein Dach über dem Kopf.

Erzähle uns von dem Weg, den Mango in den letzten Jahren zwischen den italienischen Non-Profit-Organisationen beschritten hat
Die Schulbildung war das erste Projekt, dem wir uns widmeten. Ich habe es durch Fernadoptionen umgesetzt. Die Erlöse konnten neben Essen und Kleidung auch eine Schulbildung für die Adoptivkinder gewährleisten. Weil wir überzeugt davon waren und immer noch sind, dass die schlimmste Armut eines Volkes vor allem Unwissenheit ist. Dank der vielen Mitgliedschaften haben wir in weniger als zwei Jahren tausend Adoptionen erreicht. Mitgliedschaften, die aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen, an denen Personen aus der Unterhaltungswelt, Fußballverbände, Sportler und viele Freunde teilgenommen haben, weiter zugenommen haben. Es lag noch eine Menge Arbeit vor uns und so beschlossen wir, zurück nach Paraguay zu gehen, um einen Ort für den Bau von Häusern auszuwählen, in dem nicht nur Kinder, sondern auch Familien untergebracht werden konnten. Heute gibt es sechsunddreißig.
Und dann?

2009 entstand das Projekt „La Villa del Sol“. Ein Dorf in dem Ort Karapeguà, 100 km von der Hauptstadt Assunciòn entfernt, das auch als Gemeinschaft dient, in der arme Familien mit Kindern und Waisen in einer familiären Atmosphäre der Nähe und Wärme zusammen leben können. Das Dorf umfasste zehn Häuser. Nach nur zehn Jahren sind 2 Familienhäuser, die sich mit italienischen gemeinnützigen Kinderorganisationen zusammengeschlossen haben, entstanden, in denen 23 Waisenkinder leben. In den letzten Jahren erhielten die Kinder, die in der Zwischenzeit groß geworden sind, Schulbildung, ihr Verantwortungsbewusstsein wurde gestärkt und sie wurden mit Projekten betraut. Heute gibt es fünf Häuser, von denen zwei Häuser Wohnhäuser sind, eines dient für gemeinnützige Arbeiten, eines für die Hausarbeit, und das fünfte Haus ist ein Kindergarten. In der Villa del Sol gibt es auch einen Bauernhof, auf dem die Kinder ihren eigenes Gemüse anbauen und sich um ihre Tiere kümmern können. Damit die gesamte Gemeinschaft selbst für sich sorgen und sich selbst erhalten kann.
Die Ergebnisse sprechen für sich, aber wie sieht die Zukunft von Mango aus?
In der Zukunft von Mango gibt es weitere Projekte, die bereits Gestalt annehmen. Das Projekt Mamon und das Projekt Arte. Das Projekt Mamon, das sich behinderten Kindern widmet, ist eine Initiative zur Unterstützung von Familien mit behinderten Kindern – das sich anderen italienischen Non-Profit-Organisationen mit demselben Ziel anschließt -, um ihnen beizubringen, ihre Kinder auf die am besten geeignete Weise zu betreuen, indem ihnen psychologische Maßnahmen und Hilfe zur Verfügung gestellt werden. Es werden bereits 48 Kinder betreut. Für das Projekt Arte haben wir begonnen, Musikinstrumente zu sammeln und zu verschicken. Ein paraguayischer Musiker bringt unseren Kindern das Spielen bei und bringt sie der Musik näher. Auch Kunst ist Nahrung für die Seele.
Stefania ist davon überzeugt, dass man erntet was man sät. Wir wünschen Mango ein sehr langes Leben und noch viel Erfolg.

