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Die faszinierendsten Osterbräuche in Italien

Religiöse Feiertage sind ein großes kulturelles und traditionelles Erbe für Italien. Osterbräuche haben nicht nur eine religiöse Bedeutung, sondern auch eine soziale und historische. Von allen religiösen Feiertagen beinhaltet Ostern die meisten Feierlichkeiten, die bei den Einwohnern der verschiedenen Regionen noch immer äußerst beliebt sind. Die Karfreitagspassion ist zum Beispiel eine Tradition, aus der sich viele Bräuche und Veranstaltungen entwickelt haben: Prozessionen, historische Nachstellungen und Veranstaltungen, die oft auf eine sehr alte Geschichte zurückblicken und von Generation zu Generation überliefert werden.

PIEMONT

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In dieser Region gibt es einen besonderen Osterbrauch in der Gemeinde Romagnano Sesia. In diesem Ort wird am Gründonnerstag und am Karfreitag die Passion Christi aufgeführt. Zu diesem Anlass werden Darstellungen mit Schauspielern organisiert, die durch die Straßen des Zentrums ziehen. So entsteht ein großes Wandertheater, das auch die Beteiligung des Publikums beinhaltet. In Vercelli findet dagegen seit 1883 die Processione delle Macchine statt, mit acht großen Skulpturen, die während der Prozession auf den Schultern getragen werden.

LOMBARDIE

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In Vertova, in der Provinz Bergamo, ziehen bei der Karfreitagsprozession Juden und römische Soldaten durch die Straßen. Ein Gläubiger verkörpert Christus, der barfüßig ist und ein rotes Gewand trägt, während eine Christusstatue von den Gläubigen auf den Schultern getragen wird. In Mantua wird dagegen die Öffnung und Ausstellung der Heiligen Vasen gefeiert, die die Reliquien des kostbaren Blutes enthalten. Diese Vasen werden später in einer Prozession durch die Altstadt getragen.

LIGURIEN

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Die Karfreitagsprozession in Savona ist ein faszinierender Osterbrauch in Ligurien. Es werden 15 Holzkisten mit 15 Skulpturen von großem künstlerischem Wert auf der Schulter getragen. Diese Statuen erzählen die Geschichte des Evangeliums. Anschließend folgt die Prozession der l‘Arca della Santa Croce, eine Reliquie des Heiligen Kreuzes.

EMILIA ROMAGNA

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In Frassinoro, in der Provinz Modena, gibt es einen wichtigen Osterbrauch, den lebenden Kreuzweg. Die Bewohner des Dorfes erschaffen lebende Darstellungen, die die Stadien der Passion Christi verkörpern.

MARKEN

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Im Dorf Cantiano, in der Provinz Pesaro e Urbino, gibt es einen wichtigen Osterbrauch namens Turba (Darstellung der Passion Christi). Die Gläubigen folgen zusammen mit der Turba (eine große Gruppe von Darstellern mit jüdischen und römischen Kostümen) den wichtigsten Szenen der Passion Christi: dem letzten Abendmahl, dem Prozess, der Geißelung, dem Aufstieg zum Golgatha. Diese letzte Szene erfolgt in der Nacht bei Fackelschein.

UMBRIEN

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Zu den Osterbräuchen in Assisi gehört das Ritual der Niederlegung des Kreuzes und der Begegnung Christi mit der Madonna Addolorata. Daran erinnern die Prozessionen, die in der Nähe der Kathedrale und der Kirche von San Francesco vorbeiziehen. In Gubbio, einem weiteren franziskanischen Ort, findet am Karfreitag die Prozession des Toten Christus statt

LATIUM 

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Die Prozession am Karfreitag in Orte, in der Provinz Viterbo, gehört zu den ältesten italienischen Osterbräuchen. Am Abend tragen die Bruderschaften Kreuze und Passionssymbole durch die Straßen. Darauf folgen die barfüßigen Büßer, der Sarg mit dem toten Christus und die weinende Maria. Die Statue der Addolorata schließt die Prozession ab. Am Ende der Prozession werden Blumen an die Gläubigen verteilt.

ABRUZZEN

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Die Karfreitagsprozession in Chieti stammt aus dem Jahr 842 und ist die älteste Prozession in Italien. Hunderte Darsteller nehmen zusammen mit 13 Kongregationen an der Prozession teil. Sie wird von der Confraternita del Sacro Monte dei Monti aus dem 17. Jahrhundert organisiert. Die Tradition der 150 Sänger und 150 Musiker, die die Prozession begleiten, reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Der Brauch, die Passionsskulpturen zu tragen, geht auf das 19. Jahrhundert zurück.

MOLISE

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Die Karfreitagsprozession in Isernia ist ein Osterbrauch, bei dem die Teilnehmer Kapuzen und Dornenkronen auf dem Kopf tragen, während etwa 100 Gläubige schwere Kreuze und Holzstatuen transportieren.

KAMPANIEN

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In Calitri, in der Provinz Avellino, wird die Karfreitagsprozession auch Processione dei Misteri genannt. Es handelt sich um einen besonders feierlichen Brauch, bei dem die Mitglieder der Arciconfraternita dell’Immacolata Concezione beteiligt sind. Sie sind weiß gekleidet und ihre Köpfe sind mit Kapuzen und Dornenkronen bedeckt. Sie tragen ein großes Kreuz auf ihren Schultern bis auf den Kalvarienberg. Dieser Brauch stammt aus der Zeit des ersten Kreuzzüge, als ein aus dem Heiligen Land zurückkehrender Ritter ein Stück des Kreuzes Christi mitbrachte.

APULIEN

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Von allen Osterbräuchen gehören die Prozessionen in Taranto von Gründonnerstag und Karfreitag wahrscheinlich zu den beliebtesten in Apulien. Es sind drei Prozessionen:

– „Perdùne“: mit Pilgern in langen weißen Gewändern und schwarzen Hüten, die zum Jubiläum in Rom pilgerten. Die barfüßigen Pilger ziehen am Donnerstag vom Nachmittag bis in die Nacht durch die Straßen.

– Die Prozession der Addolorata wird offiziell vom „Troccolante“ eröffnet, der den Rhythmus vorgibt, indem er die „Troccola“, eine Holztafel mit Eisenzähnen, spielt: vier Kilometer in 10 Stunden.

-Die Processione dei Misteri beginnt am Freitag: Es werden Statuen zusammen mit der Statue des Toten Christus getragen, sie endet am Morgen des Karsamstags.

BASILIKATA

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Rund 100 Teilnehmer beleben diese Passionsdarstellung in Barile in der Provinz Potenza. Die Prozession umfasst einige heidnische Figuren wie die Zingara, die Frau, die der Volkstradition zufolge die Nägel besorgte, mit denen Christus gekreuzigt wurde, und Moro, eine Figur, die auffällige Halsketten trägt.

KALABRIEN

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Die Osterbräuche in Nocera Terinese, in der Provinz Catanzaro, sind während der Karwoche sind besonders intensiv. Am Karsamstag gibt es die Tradition der „Flagellanti“, Menschen, die ihre Oberschenkel und Waden blutig schlagen und ein Spektakel von seltener Intensität erzeugen. Ein weiterer besonders intensiver Moment ist die Ausstellung der Addolorata, deren Statue im Laufe des Jahres in einer Nische versteckt und verhüllt wird. Die Tradition der „Flagellanti“, auch „Battenti“ genannt, gibt es auch in Verbicaro in der Provinz Cosenza.

SIZILIEN

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In Trapani werden die Misteri gefeiert, indem von Freitagnachmittag bis zum Sonnenaufgang am Samstag 20 Skulpturen, die die verschiedenen Phasen des Passion darstellen, durch die Straßen ziehen. Die Prozession wird von zwanzig Musikkapellen begleitet, mit schwarz gekleideten Frauen und Jungen in traditionellen Kostümen, die brennende Kerzen tragen.

SARDINIEN

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Die Karwoche in Iglesias gipfelt in der Karfreitagsprozession, die abends mit einer beeindruckenden Trauerprozession stattfindet, die spanischen Ursprungs ist. In Alghero wird dagegen am Donnerstag die Kreuzerhöhung gefeiert.

 

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